Im Mittelpunkt der Arbeiten der schottischen Malerin und Bildhauerin Margret Hunter steht der menschliche Körper. Ihre Bilder und Holzskulpturen sind keine Portraits, keine Abbilder der Realität, sondern überindividuelle Abstraktionen, die eine “Idee der Figur” zum Ausdruck bringen. Erkennbar ist die Orientierung der Künstlerin an der Archaik und Expressivität afrikanischer Kunst – sie verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Nigeria – und die Inspiration ihres Lehrers Georg Baselitz.
Prozesse der Schmerzerfahrung und -bewältigung, der Suche nach innerem Gleichgewicht, nach Identität sind zentral. Immer wieder kommen Symbole der Verletzung wie Pfeile, Trichter, Einschnürungen oder Gitter mit den Körpern in Berührung. Körperteile verdoppeln sich oder bleiben fragmentarisch, Figuren nehmen gebeugte, verzerrte und stark gespannten Haltungen ein. Die Oberflächen der Arbeiten Hunters weisen kräftige Lebensspuren auf, Kratzer, Kerben und Narben markieren gleichsam die Schnittstellen und Übergänge zwischen Umwelt, Haut und Innenwelten des Menschen. Die Werke der international bekannten Künstlerin tragen Titel wie Sensing, Listening oder Points of Contact. Sie verweisen auf die Bedeutung sinnlicher Wahrnehmungen für die Orientierung des Menschen in der Welt. Besonders in ihrer Malerei bringt die Künstlerin unsere Zugehörigkeit zu Natur, Landschaft und Kosmos zum Ausdruck, deren Gefährdung wir gleichzeitig bewirken und teilen.



